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Botulismus

Anbei die Antwort auf die Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Tobias Thalhammer FDP vom 14.12.2011,Zunahme der Botulinum-Toxikosen, von dem Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, des Freistaat Bayern.

 

[Schriftliche Anfrage an den Freistaat Bayern]

 

 

Anbei eine Stellungnahme von Frau Dr. Regine Szewzyk, Umweltbundesamt, zum Thema Botulismus:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

das Umweltbundesamt ist zuständig für alle Biogasanlagen, die Bioabfälle verarbeiten und damit der BioabfallV unterliegen. Für solche Anlagen gelten strenge Hygienevorschriften. Trotzdem werden sporenbildende Bakterien - wie Clostridium botulinum - aufgrund ihrer hohen Temperaturresistenz in diesen Anlagen nicht abgetötet. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass sich Clostridien in den Anlagen auch nicht vermehren und daher keine hohen Konzentrationen im Gärsubstrat zu erwarten sind. Dies wurde durch eine neue Studie von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die hinsichtlich C. botulinum in Biogasrückständen unkritische Befunde ergaben, bestätigt. Da es sich bei Clostridium botulinum um ein Bakterium handelt, das in Deutschland weitverbreitet in der Natur (z.B. in Böden insbesondere in landwirtschaftlich genutzten Gebieten und Sedimenten von Gewässern) vorkommt, sehen wir durch die Ausbringung von Gärsubstraten kein erhöhtes Risiko an Botulismus zu erkranken.

 

Zu "chronischem" oder "viszeralen" Botulismus gab es bereits mehrere Fachgespräche der betroffenen Bundesoberbehörden. Das letzte fand am 1. September 2010 im Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) statt. Die Ergebnisse wurden veröffentlicht. Die neuesten Erkenntnisse hat Frau Dr. Bräunig vom BfR auf der letztjährigen Fortbildungsveranstaltung für den öffentlichen Gesundheitsdienst vorgestellt. Von medizinischer Seite wird das Krankheitsbild "chronischer Botulismus beim Menschen"  angezweifelt. Anfang des Jahres wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ein großes Forschungsprojekt zur Bedeutung von Clostridium botulinum bei chronischem Krankheitsgeschehen in Milchviehbeständen Rindern gestartet.

 

Dr. Regine Szewzyk